Neues weltweites Handicap-System (WHS) – Teil 2 über das gewertete Ergebnis

Englischkurs für Golfspieler.

Im ersten Teil der Serie ging es um die neue Berechnung des Handicaps. Nämlich anhand des Durchschnitts Ihrer besten acht Ergebnisse der zuletzt gespielten 20 Golfrunden. Deshalb ist eine simple Umrechnung des alten Handicaps nicht möglich. Lesen Sie dazu auch „Teil 1 über die Berechnung“.

Weil ab sofort ausschließlich der Durchschnitt zählt, können Sie Ihr neues Handicap nicht mehr nur mithilfe eines Tagesergebnisses – zum Beispiel im Rahmen eines Turniers – ermitteln. Ein Blick in den „Scoring Record“ (vorher: Stammblatt) ist erforderlich. Anstatt „Scoring Record“ bezeichnen wir das frühere Stammblatt als Ergebnisaufzeichnung. Dort werden die letzten 20 Runden angezeigt. Jeweils mit CR- sowie Slope-Wert des Golfplatzes, gewertetem Bruttoergebnis und „Score Differential“.

Das gewertete Bruttoergebnis ersetzt die bisher bekannten Stableford-Punkte, zumindest in Sachen Handicap-Relevanz. Das Bruttoergebnis ist die Summe aller Schläge pro Loch. Natürlich müssen Löcher nach wie vor gestrichenen werden, wenn die Schlagzahl zu hoch ausfällt. Ansonsten würde eine Runde viel zu lange dauern. Aber wie wird ein gestrichenes Loch gewertet? Mit dem „Maximum Score“. Das sogenannte maximale Ergebnis entspricht einem Netto-Doppelbogey. Doppelbogey heißt zwei Schläge über Par. Und Netto, dass die persönlichen Handicap-Schläge hinzukommen. Sie verstehen nur Bahnhof? Hier kommt ein Beispiel:

Nehmen wir an, Sie treten in München-Riem über 9-Loch mit Spielvorgabe 16 an. Sie haben also 16 zusätzliche Schläge, um Ihr Potenzial zu bestätigen. Das ergibt an jeder Spielbahn der insgesamt neun Bahnen einen Schlag mehr als Par und an den schwierigsten sieben Bahnen jeweils einen weiteren. Die schwierigste Bahn ist ein langes Par-4-Loch (Bahn 1). Ein Netto-Doppelbogey und damit Ihr maximales Ergebnis lautet acht: Par (4) plus Doppelbogey (2) plus Handicap-Schläge (2). An der zweiteinfachsten Bahn, ein Par-3-Loch (Bahn 2), entspricht Ihr maximales Ergebnis sechs Schlägen: Par (3) plus Doppelbogey (2) plus Handicap-Schläge (1).

Würden Sie in München-Riem jedes Loch streichen beziehungsweise mit dem maximalen Ergebnis in die Wertung einfließen lassen müssen, hätten Sie ein gewertetes Bruttoergebnis von 69 erzielt – bei einer Spielvorgabe von 16 (über 9-Loch). Das wesentliche Merkmal des neuen Handicap-Systems ist die Vergleichbarkeit. Deshalb gilt es 9-Loch- auf 18-Loch-Runden hochzurechnen. Dafür werden das Par der bereits gespielten Löcher und die Handicap-Schläge addiert sowie ein zusätzlicher Schlag hinzugezählt. Also: Par über 9-Loch (35) plus Handicap-Schläge über 9-Loch (16) plus zusätzlicher Schlag (1). Daraus resultieren ein gewertetes Bruttoergebnis von 52 für die nicht gespielten neun Bahnen und ein gewertetes Bruttoergebnis von 121 insgesamt (69 plus 52).


Gewertetes Bruttoergebnis wird zu handicaprelevantem Ergebnis


Das gewertete Bruttoergebnis alleine gilt immer für den jeweiligen Golfplatz. Zwecks Vergleichbarkeit mit allen anderen Spielern weltweit ist eine Umrechnung erforderlich, welche die Platzdaten (CR- und Slope-Wert) sowie eine mögliche Korrektur aufgrund außergewöhnlicher Bedingungen berücksichtigt. Die Umrechnung erfolgt automatisch. Das Ergebnis ist der sogenannte „Score Differential“. Wir nennen ihn handicaprelevantes Ergebnis, weil es für die Berechnung des Handicaps herangezogen wird.

Das handciaprelevante Ergebnis muss immer ein Wert über 18-Loch sein. Deshalb die Hochrechnung im obigen Beispiel. Wenn Sie Ihr handicapelevantes Ergebnis selbst ermitteln möchten, gilt folgende Formel: 113 geteilt durch Slope-Wert mal (Gewertetes Bruttoergebnis minus CR-Wert minus CR-Korrektur). Je niedriger das handicaprelevante Ergebnis, desto besser die gespielte Runde.

Vorhin haben wir bereits von der Spielvorgabe gesprochen. Diese der Schwierigkeit eines Platzes angepasste Vorgabe heißt nun „Course Handicap“ – wir sagen weiterhin Spielvorgabe. Jeder Abschlagsfarbe ist eine Handicap-Tabelle zugeordnet, in der Sie bequem die Spielvorgabe für Ihr Handicap (Handicap-Index) laut Ergebnisaufzeichnung ablesen können. Übrigens: Die Spielvorgabe zeigt an, wie viele Schläge über Par Sie benötigen sollten.

Erklärungen zum CR- und Slope-Wert finden Sie auf unserer Internetseite. Bitte beachten Sie aber, dass die Neuerungen rund um das Handicap-System im Rahmen unserer Online-Services (persönliche Scorekarte und Handicap-Tabellen) noch nicht berücksichtigt sind.

Im dritten Teil unserer Serie gehen wir auf weitere Besonderheiten wie die Korrektur des CR-Wertes bei außergewöhnlichen Spielbedingungen ein. Haben Sie Fragen oder Anregungen? Melden Sie sich gerne per E-Mail bei uns oder hinterlassen Sie doch einfach einen Kommentar bei Facebook.

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